Unterbrust-Korsett

Mein erstes Korsett

Ich freue mich: mein erstes Korsett ist Dank des konzertierten UFO-Angriffs fertig.

unterbrustkorsett_puppe_vorn

Angefangen habe ich das Teilchen in einem Volkshochschulkurs im September, wo wir sogar unsere eigenen Schnitte erstellt haben. Eigentlich bräuchte ich eher ein Rokoko-Korsett – ein Unterbrustkorsett ist eher viktorianisch oder auch gut für eine 50er Jahre Wespentaille geeignet – aber den Kurs wollte ich mir nicht entgehen lassen. Zu Recht: ich habe viel gelernt und viel gelacht in dem Kurs & meinen Respekt vorm Korsettnähen etwas abgebaut.

unterbrustkorsett_vorn

Es war auch nicht wirklich schwierig. Das komplizierteste war, den Oberstoff ordentlich anzubringen, und auch das war nur deshalb schwierig, weil dieser ein flutschiger Futterstoff ist. Darunter befinden sich 2 Lagen fester Baumwollstoff (Drell), und für die Formwirkung sind einige Plastikstäbchen in Tunneln eingenäht. Das nette an den Plastikstäbchen ist: man kann auch darüber hinwegnähen, ohne gleich Nadelbruch zu riskieren 😉

Auch nicht schlecht: die viktorianische Schnürung, denn damit braucht man keinen Helfer, sondern kann sich ganz allein einschnüren.

unterbrustkorsett_puppe_hinten

Ich finde es super schick, aber ob ich es tatsächlich tragen werde, weiß ich nicht. Mir passt es übrigens um einiges besser als meiner neuen Püppi, da an mir mehr *ähem*  formbare Masse vorhanden ist 😉

MMM

Ein nicht ganz alltägliches MMM-Outfit

Hach ja, ich freue mich immer, wenn dieses Kleid aus dem Schrank darf. Jetzt war es wieder so weit: beim Playford-Ball am vergangenen Wochenende durfte auch die ganz große Robe mal wieder raus.

Dieses Kleid ist etwas ganz besonderes für mich: es ist mein erstes „richtiges“ selbstgenähtes Kleid (das allererste war ein Teil für die Tonne und zählt nicht), mit vielen Problemen Herausforderungen vom selbst erstellten Schnitt, über Futter bis zum Untertritt, handgenähten Ösen etc., die ich mit ganz viel Hilfe meiner Nählehrerin vor 2 Jahren überwinden konnte. Und dann auch noch aus Seide!! Leider war es ziemlich düster, so dass das Bild etwas besser sein könnte. Letztes Jahr habe ich es euch schon mal gezeigt, da waren die Bilder etwas gelungener.

Und meinen Schatz habe ich auch noch fix mit einem (mehr oder weniger) historischen Hemd ausgestattet (hier vorgestellt). Schick, was?

Ob Alltagsoutfits oder besondere Garderobe – die gesammelten MMM-Werke gibts wie immer im MMM-Blog.

EDIT: Da viele nachgefragt haben: der Schnitt ist tatsächlich selbst gebastelt, allerdings in erster Linie von meiner Nählehrerin nach meinen Ideen bzw. ich habe ihre Anweisungen umgesetzt 😉 Vieles habe ich damals noch nicht ganz kapiert, z.B. was es mit Abnäher ausdrehen zu tun hat, aber wie man Puffärmel aus einem normalen Ärmel macht, hat sich mir eingeprägt!

B4486

Historisch angehaucht

Einmal im Jahr schleppe ich meinen Schatz mit zum Playford-Ball, wo Tänze aus dem England des 17. und 18. Jahrhunderts getanzt werden. Ein historisches Outfit ist zwar nicht Pflicht, aber gern gesehen, bzw. eine gute Gelegenheit, mal die entsprechende Garderobe auszuführen. Und damit Schatz unter all den Gewandeten nicht wieder komplett modern daherkommen musste, habe ich ihm flott ein historisch angehauchtes Hemd genäht.

Der Schnitt ist Butterick 4486, genäht aus Bomull vom Möbelschweden, gar nicht mal schlecht für so ein Hemd, wie ich finde. Es war sogar recht flott zu nähen. Und dass, obwohl ich die Schulter- und Seitennähte als Kappnähte genäht habe, damit es sowohl etwas historischer und haltbarer ist. Die Ösen habe ich dann aber doch nicht per Hand genäht, sondern vom Schatz einhämmern lassen.

bumroll

Hüftgold zum Umbinden

& Fashioning Fashion

Als wenn ich nicht schon genug Hüftgold hätte ^^

Aber für die korrekte Silhouette von manchen historischen Teilen wird halt etwas extra „Polsterung“ gebraucht, und zwar im Gegensatz zu heutigem Usus nicht (nur) für die Oberweite.

Andrerseits ist etwas mehr auf der Hüfte ja ganz sinnvoll: dann wirkt die Taille schmaler 😉 Und das allerbeste: man wird es auch ganz schnell wieder los, ganz ohne Diät oder Sportprogramm 😉

Hier sind nun ein Pokissen (nach Simplicity 3782)  und ein Paar „Kidneys“ (nach Wingeo 206). Tragefotos gibt es nicht, die sind ohne Rock drüber einfach zu peinlich.

Im Moment mag ich die „bumroll“ ganz gern, vielleicht probiere ich aber auch irgendwann noch die etwas komplexeren Poschen („pocket hoops“) aus.

Und damit ihr eine Idee habt, wozu man sowas braucht:

Die dazu gehörige Ausstellung Fashioning Fashion im Deutschen Historischen Museum kann ich wärmstens empfehlen (noch bis zum 29. Juli 2012). Man kann Sachen wie Paniers (breite Reifröcke), schicke Roben (unter deren Röcke diese Polster gehören) und knallbunte Männeranzüge mal aus der Nähe sehen. Und wer es nicht nach Berlin schafft: schon der virtuelle Rundgang ist ein optischer Leckerbissen!

Sticken

Probe-Stick

Ich glaube, ich habe das letzte Mal gestickt, als ich in der 2. oder 3. Klasse war – es ist also eeewig her 😉 Aber jetzt hatte ich mal Lust, ein historisches Muster auszuprobieren, das ich im Buch Seventeenth and Eighteenth-Century Fashion in Detail entdeckt hatte.

Es ist ein erster Versuch, um die Technik auszuprobieren und Größenverhältnisse zu testen. Variante Nummer 1 (Mitte oben) war offensichtlich zu klein. Insgesamt bin ich ganz zufrieden, auch weil das Sticken mit Rückstichen leichter als gedacht und relativ flott geht.

Was das mal werden soll, verrate ich aber (noch) nicht 😉